Seattles neue Radwege sind Frachtinfrastruktur

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USAFallstudie

In Seattle dienen die neuen geschützten Radwege nicht nur dem Freizeitverkehr, sondern auch als zuverlässige Infrastruktur für den Gütertransport per Fahrrad. Freiwillige des Cascade Bicycle Club transportierten mit Anhängern Hunderte Kilos geretteter Lebensmittel zu einem Food-Not-Bombs-Event, während Pedicabs Familien zur Mariners-Baseballspiel beförderten. Diese Beispiele zeigen, wie Fahrradinfrastruktur Resilienz schafft und nachhaltigen Transport fördert – unabhängig von Staus oder Baustellen.

Hintergrund

Die neuen Radwege in Seattle, darunter die zweirichtigen geschützten Wege entlang der Waterfront und temporäre Bikeways auf der E Marginal Way nahe dem Hafen, ermöglichen sicheren Transport mit Lastenrädern und Anhängern. Autor Tom Fucoloro beschreibt eine Fahrt mit seiner Familie, bei der sie auf eine Karawane von Fahrrädern mit Produkten von PCC-Supermärkten stießen, die für Bedürftige in SoDo bestimmt waren. Trotz Sperrungen auf dem I-5 und Baustellen am Hafen boten die Radwege eine stressfreie Alternative zu Auto- und Lkw-Verkehr. Pedicabs nutzen die Waterfront-Wege, um Familien zu befördern, was die Vielseitigkeit der Infrastruktur unterstreicht. Das Projekt E Marginal Way wurde primär als Frachtinitiative vermarktet, doch Radfahrer übernehmen hier zunehmend Transportaufgaben.

Zukunftsaussichten

Diese Entwicklungen deuten auf eine resilientere Stadt hin, in der Fahrräder nicht nur für Pendler, sondern auch für Lieferungen und Notfalltransporte genutzt werden – wie im Beispiel aus Texas nach einer Brückenkatastrophe. Seattle könnte durch weitere Investitionen in vernetzte Radinfrastruktur Vorreiter für nachhaltige Mobilität werden, was Emissionen senkt, Gesundheit fördert und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringert. Globale Initiativen, wie Kaliforniens Milliardeninvestitionen in Verkehrsprojekte, zeigen, dass solche Ansätze skalierbar sind und Städte weltweit inspirieren könnten.

Quellen