Dänemarks Politik zur Förderung des Fahrradverkehrs

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DänemarkSüdkoreaFallstudie

Kopenhagen ist Vorreiter im Fahrradverkehr: Bereits 2010 übertraf der Modalanteil von Fahrrädern bei Pendlerfahrten mit 36 Prozent den des Autos (29 Prozent), und 2016 überholte der Fahrradverkehr im Stadtzentrum das Auto mit täglich 265.700 gegenüber 256.000 Autofahrten. Dänemark setzt mit der Strategie „The City of Cyclists in 2025“ auf massive Investitionen in Infrastruktur, um den Fahrradanteil weiter zu steigern und CO₂-Emissionen zu senken. Kernziele umfassen bessere Erreichbarkeit, Komfort, schnellere Reisezeiten und höhere Sicherheit.

Hintergrund

In einer Zeit des grünen Verkehrs bemühen sich viele Städte weltweit, den Automodalanteil zu reduzieren. Dänemark, insbesondere Kopenhagen, gilt als Modell: Seit den 1970er Jahren sank der Autoverkehr im Zentrum kontinuierlich, während der Fahrradverkehr zunahm. Die Stadt plant umfassende Umbauten der Straßennetze, priorisiert Fahrräder und Fußgänger. Wichtige Maßnahmen sind die Erweiterung von Parkplätzen für Cargobikes (17 Prozent des Fahrradverkehrs), variable Fahrradwege mit LED-Markierungen (tagsüber für Autos, Spitzenzeiten für Fahrräder) sowie die Sanierung unebener Wege und Ausbau von Fahrrad-Sharing-Systemen. Infrastrukturpläne zeigen, wo Wege erweitert, neue Brücken und Tunnel gebaut werden sollen.

Ausblick

Bis 2025 soll der Fahrradmodalanteil in Kopenhagen massiv wachsen. Fokus liegt auf Reisezeitverkürzung durch exklusive Fahrradwege, Umwandlung einbahniger Strecken in zweispurige und Fahrrad-Superhighways wie den „Cycle Snake“. Sicherheit wird durch breitere Wege (mindestens zweispurig mit Überholspur) und zurückversetzte Ampel-Stopplinien für Autos gesteigert, um Kollisionen mit abbiegenden Fahrzeugen zu vermeiden. Diese Politik dient als Blaupause für nachhaltigen Verkehr und könnte CO₂-Einsparungen bringen – ein Vorbild auch für Länder wie Korea, wo der Fahrradanteil bei unter 1 Prozent liegt.

Quellen