Kopenhagens erste Fahrradpolitik – Ein Meilenstein für die Radfahrerstadt

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DänemarkFallstudie

Im Jahr 2002 legte die Kopenhagener Kommune erstmals eine umfassende Fahrradpolitik 2002-2012 vor, die das Radfahren als eigenständige Verkehrsmittel stärken sollte. Mit quantitativen Zielen wie der Steigerung des Radfahranteils am Arbeitsweg von 34 auf 40 Prozent, der Halbierung des Unfallrisikos und der Verbesserung von Sicherheit, Geschwindigkeit und Komfort wurde ein kohärentes Angebot für Radfahrer geschaffen. Die Politik umfasst neun Einsatzbereiche, darunter Radwege, grüne Routen, Parkplätze und Kampagnen, und wird durch das zweijährliche Fahrradregnskab überwacht.

Hintergrund

Kopenhagen galt bereits damals als Vorreiter im Radverkehr: Während der Radverkehr landesweit sank, stieg er in der Stadt auf ein Drittel der Arbeitswege. Die Politik entstand aus der Erkenntnis, dass bestehende Stärken wie Radwege entlang von Straßen allein nicht reichen – stattdessen musste die Transportqualität (Sicherheit, Komfort, Geschwindigkeit, Gesundheit und Erlebnis) im Fokus stehen.

Umfragen zeigten: 80 Prozent der Radfahrer waren zufrieden, doch ein Fünftel fühlte sich unsicher. Potenzielle Radfahrer aus Auto- oder ÖPNV-Nutzern nannten Sicherheit als Hauptgrund für den Wechsel. Herausforderungen bestanden bei Kapazitäten auf stark frequentierten Strecken (nur 3-5 km von 323 km), Wartung und Parkplätzen, insbesondere im Innenstadtbereich. Das Fahrradregnskab, seit 1995 alle zwei Jahre veröffentlicht, misst Fortschritte durch Umfragen, Schlüsselzahlen und politikbezogene Indikatoren – von 1995 bis 2002 stiegen die Bewertungen der Stadt als Radstadt kontinuierlich.

Zukunftsaussichten

Die Politik legte den Grundstein für Kopenhagens anhaltenden Erfolg als Radhauptstadt und inspirierte weltweite Initiativen. Das Fahrradregnskab sorgt für kontinuierliche Anpassungen, etwa durch Handlungspläne für Parkplätze und bessere Wartung. Heutige Entwicklungen bauen darauf auf: Kopenhagen zielt weiter auf Modal-Split-Steigerungen und Integration mit ÖPNV ab, was durch Kampagnen wie „Cykel til arbejde“ und „Miljøtrafikugen“ unterstützt wird – ein Modell für nachhaltige Städte weltweit.

Quellen